Räuchereiche

von / Montag, 19 Januar 2015 / Veröffentlicht inNews

Räuchereiche ist im Farbton modifiziertes Eichenholz. Das Holz wird beim „Räuchern“ mit Ammoniak oder Salmiakgeist (Ammoniakwasser) begast. Hierbei verfärbt es sich und bekommt einen braunen, bis dunkelbraunen oder schwarzen Farbton. Natürliche Farbvarianten bleiben erhalten, da der Farbton von der Menge der im Holz vorhandenen Gerbsäure abhängt.

Die Reaktion des Ammoniaks mit den Holzinhaltsstoffen (Säuren, Harze etc.) führt zu einer Bildung von alterungs- und lichtstabilen organischen komplexen Salzen. Diese ändern nicht nur die Farbe des Holzes, sondern durch die „Plastifikation“ wird das Holz geschmeidiger und weniger spröde und zusätzlich widerstandsfähiger gegen Insekten- und Pilzbefall. Deshalb eignet sich Räuchereiche zur Herstellung hochwertigen robusten Massivparketts, welches auch als Industrieboden verlegt werden kann.

Für die hier beschriebene Art der Holzbehandlung sind unsere heimischen Eichenarten (Stiel- und Traubeneiche) besonders geeignet, da sie einen hohen Gerbstoffanteil besitzen. Die in Mitteleuropa auch angebaute amerikanische Roteiche sowie viele andere Eichenarten amerikanischer Herkunft sind wegen des zu geringen Gerbstoffgehalts nicht einsetzbar. Das Splintholz eignet sich nicht für die Räucherung und wird deshalb in der Regel vor der Behandlung entfernt. Auch eine vorherige Oberflächenbehandlung durch Lack oder Öle verhindert das Eindringen von Ammoniak.

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